Scala #57 – Zoe Boekbinder

Zoe Boekbinder kam auf ihrer Tour aus Leipzig am späten Nachmittage an mit einer strapazierten Stimme. Das Konzert in Leipzig war aus anderen Gründen ausgefallen und Zoe Stimme geschont worden, dennoch waren heiße Ingwer und Honig als Stärkung gefragt.

Das anschließende Setup der Bühne ging ganz schnell, Mikro, Loopstation und Gitarre und Verstärker wurden aufgebaut und angeschlossen, als die ersten Gäste anklopften.

Knapp 80 Minuten spielte Zoe Songs aus den unterschiedlichen Phasen ihres Schaffens. Sie startete mit 3 Songs ihres aktuellen Albums „Shadows“ und leitete dann über zu dem für mich beeindruckendsten Teil: ihren Erzählungen über ihr Gefängnisprojekt, wo sie mit Inhaftierten arbeitete und dabei unter anderem Songs aus Ideen von Gefangenen entwarf. Zu manchen dieser Menschen hat sie noch immer Kontakt und hat einige schon in Freiheit gehen sehen, doch viele davon sind auch wieder inhaftiert.

Ihre Botschaft an diesem Abend ist vor allem, dass der Kreislauf von Verurteilung, Inhaftierung, Entlassung und erneuter Verurteilung ist in den USA schwer zu durchbrechen ist. Und was die Sache noch schwerer macht, ist das System der Resozialisierung, welches nicht wirklich darauf ausgerichtet, den Menschen einen Restart ins Leben zu ermöglichen. Darum herum gab es Geschichten über Tod und Vergänglichkeit, instrumentiert mal mit Gitarre und mal mit ihrer durch die Loopstation vervielfachten Stimme. Die Stimme hat das Konzert über ausgehalten, danach hatte sie sich eine Ruhepause verdient und so wurden einige Fragen erst heut morgen beantwortet.

Zoe Boekbinder came from Leipzig in the late afternoon with a strained voice. The concert in Leipzig had been cancelled for other reasons and Zoe’s voice had been spared, yet hot ginger and honey were in demand as reinforcement.

The following setup of the stage went very fast, micro, loop station and guitar and amplifier were set up and connected when the first guests knocked on the door.

Zoe played songs from the different phases of her career for almost 80 minutes. She started with 3 songs from her current album “Shadows” and then moved on to what was for me the most impressive part: her stories about her prison project, where she worked with prisoners, creating songs from ideas from prisoners, among other things. She is still in contact with some of these people and has seen some of them go free, but many of them are imprisoned again.

Her message on this evening is that the cycle of conviction, imprisonment, release and re-conviction in the USA is difficult to break. And what makes it even more difficult is the system of resocialization, which is not really designed to give people a restart into life. Around it there we heard stories about death and transience, sometimes orchestrated with guitar and sometimes with her voice multiplied by the loop station. The voice endured the concert, and after that she deserved a break and so some questions were only answered this morning.