Scala #29 – Apples in Space

Eine verträumte Band entstieg dem Tourbus am Nachmittag vor der Scala und freute sich über Apples in cake (and tea). Die Sonne begrüßte unsere Gäste und Adorf zeigte sich trotz herbstlicher Temperaturen von der sommerlichen Seite, so gut es eben an einem 20. September in dieser Gegend geht.

Nach den Fotos aus Karlsruhe hatte ich mich entschieden, die Band ebenfalls das große Besteck auflegen und spielen zu lassen. Da die Tour ihren Tribut zollte und Erkältungen die Stimmen ankratzten, haben wir Mixer, alle Kabel und sonstigen technischen Raffinessen zusammengesucht und ein gut verstärktes Set aufgebaut. Lustig zu beobachten, wie dabei eine Hand in die andere greift und in all dem Gewirr und Gewimmel Phil Haußmann schon in der Setlist oder in neuen Melodien träumt.

Ich hatte das selbstbetitelte Album von Apples in Space sehr oft gehört, seit der Termin für das heutige Konzert stand. Phil und Julie Mehlum haben dies noch zu zweit eingespielt und schon diese Stücke machen beim Hören soviel Spaß – was würde aus den Songs erst werden mit Bass- und Schlagzeug-Begleitung. Apples in Space sind nach Aussagen von Phil mittlerweile eine echte vierköpfige Band, sie haben Janusz Hüsges am Bass und Jonathan Sieweck als leisesten Schlagzeuger Deutschlands an den Drums als vollwertige Mitglieder integriert. Wenn man die vier so spielen sieht, wie sie einander beobachten, Zeichen geben und sich in Spielfreude verlieren, so meint man, es sei schon immer so gewesen. Doch das Konzert ist dramaturgisch so aufgebaut, dass Janusz und Jonathan ihre Pause bekommen und Phil mit Julie einige – sehr intensive – Titel allein bestreiten. Hier haben sich zwei Menschen gefunden, die ihre engen Bande auf die Bühne bringen und dabei eine Innigkeit verbreiten, die sich als Kokon um das Publikum legt und es in ihren Bann zieht. Es reihen sich Lieder ihres Debütalbums wie auch zwei neue, während der Tour entstandene Songs während des Abends aneinander. Ganz besonders sind Paper Town und Ophelia’s Song aus dem Hamlet am Berliner Ensemble, wo Phil und Julie regelmäßig mit auf der Bühne stehen. Mit November und All My Things kommen die beiden erwähnten neuen Lieder, bevor das Konzert viel zu schnell zu Ende geht. Aber ohne Zugaben geht in der Scala keine und keiner von der Bühne und damit bekommen Janusz und Jonathan noch eine Pause. My Love Is A Bullet schreit förmlich nach Quentin Tarantino – Bildern und zu Whiskey In A Tea Cup werden noch einmal alle vier das Haus unter Strom setzen.

Da es Sonntag ist, leert sich die Scala früher als sonst und am Ende sitzen wir zu acht in der Runde und die Band jammt noch ein bisschen auf neuen Melodien und vertauschten Instrumenten. In den Köpfen kreisen schon die Ideen für eine neue EP und ein neues Album im nächsten Jahr. Ich hoffe sehr darauf, denn was wir heute hier erleben durften, waren Spielfreude, Leidenschaft und wunderschöne Songideen. Bei der nächsten Releasetour stehen die Türen der Scala weit offen für Apples in Space.

Setlist:

  1. The Brigde between two shores
  2. The old man & the country
  3. Johanna’s Waltz
  4. Elsk meg i morgen fren forbannelse
  5. Paper Town
  6. Ophelia’s Song
  7. Vespa
  8. The biggest lie
  9. I was the moon
  10. November
  11. All my things
  12. The house is empty now
  13. Farewell little world
  14. My love is a bullet (Z)
  15. The never read letter (Z)
  16. Whiskey in a tea cup (Z)

Sources: